Hochzeitsgeschichten · Reportage
Grinsend durch den schönsten Tag im Leben: V. & E. im La Vie bei Köln
Eine deutsch-türkische Hochzeit im Lavie bei Köln – ein Einzug aus dem Glaskasten, eine Braut mit der Aura einer Königin, ein sehr herzlicher Bräutigam und eine Afterparty, bei der niemand mehr saß. Ein Tag, den das Brautpaar am Ende nur noch grinsend erlebte – für V. & E. einer der schönsten Tage im Leben.
Manche Momente muss ich niemandem lange erklären, weil sie jeder sofort versteht. Der Einzug von V. & E. gehört dazu. 2024 haben die beiden im Lavie in Frechen bei Köln gefeiert, eine deutsch-türkische Hochzeit: auf der einen Seite eine kölsche Familie, auf der anderen eine türkische. Ich war an diesem Abend als Hochzeits-DJ in Köln mit Musik und Moderation im Einsatz.
Das Lavie hat für den Einzug eine Inszenierung, die ich in dieser Form nur dort kenne. Die Gardinen gehen zu. Dann öffnen sich die Gardinen wieder, im Glaskasten schwingen zwei Türen auf, und da steht das Brautpaar. Genial. Alle Gäste standen in dieser Sekunde, der ganze Saal war auf den Beinen. Wenn ein Abend so beginnt, weißt du als DJ genau, welche Energie du durch die Nacht tragen darfst.
Eine freie Trauung an einem anderen Ort
Angefangen hat der Tag für V. & E. mit einer freien Trauung an einem anderen Ort, außerhalb der Hochzeitslocation. Ich sage es hier ganz offen: Diese Trauung habe ich selbst nicht miterlebt, ich kam erst für die Feier im Lavie dazu. Im Anschluss habe ich aber von vielen Seiten sehr viel Positives darüber gehört.
Details zur Zeremonie werdet ihr in dieser Geschichte deshalb keine lesen. Ich erzähle euch in meinen Hochzeitsgeschichten nur, was ich selbst gesehen und erlebt habe. Und das, was ich an diesem Abend selbst erlebt habe, füllt diese Seite ganz von alleine.
Eine Braut mit der Aura einer Königin
Die Braut hatte an diesem Tag eine Aura wie eine Königin. Ihr wunderschönes Kleid gehörte dazu, doch die Aura kam von ihr selbst. Man hat die Energie gespürt, die sie an ihre Gäste weitergegeben hat, vom Einzug bis tief in die Nacht. Dazu war sie eine sehr gute Organisatorin: Vieles an diesem Tag hatte sie im Vorfeld geplant, und die Zusammenarbeit mit ihr war stark. Als DJ spürst du so eine Vorbereitung den ganzen Abend, weil der Ablauf einfach trägt.
Am meisten fasziniert hat mich ein Moment auf der Tanzfläche: die türkischen Tänze. Die Braut ist der deutsche Teil dieser Verbindung, und sie hat diese Tänze mit einer Souveränität getanzt, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Mitten im Kreis, die Gäste um sie herum. Als DJ für türkische Hochzeiten erlebe ich diese Tänze regelmäßig. Eine deutsche Braut, die sie so selbstverständlich mittanzt und mitträgt, erlebe ich viel seltener, und deshalb bleibt mir dieses Bild im Kopf.
Ein sehr herzlicher Bräutigam und ein Paar, das viel lacht
Über Bräute schreibe ich in diesen Geschichten oft viel, das bringt so ein Hochzeitstag mit sich. Diesmal ist es mir genauso wichtig, über den Bräutigam zu erzählen. Er ist ein sehr, sehr herzlicher Mensch. Herzensmenschen, alle beide. Diese Wärme spürst du sofort, wenn du mit ihm zu tun hast, und sie hat sich durch den ganzen Abend gezogen.
Zusammen sind V. & E. ein Brautpaar, das viel gelacht hat. Schaut euch die Fotos an: Dieses Lachen zieht sich durch den kompletten Tag. Kennengelernt haben wir uns übrigens auf einer anderen Hochzeit. Die beiden waren dort zu Gast, haben mich live erlebt und mich daraufhin für ihren eigenen Tag gebucht. Für euch als Paar ist das ein sehr ehrlicher Weg zu eurem DJ: Ihr seht mit eigenen Augen, wie jemand einen Abend führt, bevor ihr euch entscheidet.
Keine Kultur sollte sich fremd fühlen
Meine Haltung für diesen Abend stand früh fest: Keine der beiden Kulturen sollte sich auch nur eine Minute fremd fühlen. Jeder Gast und jedes Familienmitglied sollte Teil der gemeinsamen Geschichte sein, ohne getrennte Blöcke, ohne eine Insel für die eine Familie und eine zweite Insel für die andere. Alle zusammen, den ganzen Abend. Genau daran messe ich meine Arbeit.
Auf einer multikulturellen Hochzeit entscheidet diese Haltung darüber, ob ein gemeinsames Fest entsteht oder zwei Feste nebeneinander laufen. Eine kölsche Familie und eine türkische Familie bringen unterschiedliche Lieder, Tänze und Gewohnheiten mit, und beide Seiten spüren sehr genau, ob sie mitgedacht werden. Bei V. & E. haben beide Familien denselben Abend gefeiert, auf derselben Tanzfläche.
Die Reden: das Brautpaar auf Stühlen, die Schwester am Mikrofon
Bei den Reden wurde der Abend tief. Das Brautpaar saß dafür auf Stühlen vor den Gästen, und die Reden waren sehr emotional. Unter anderem hielt die Schwester der Braut eine Rede, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist. In solchen Minuten hängt ein ganzer Saal an einer einzigen Stimme, und so soll es sein.
Ein kurzer Griff zum Mikrofon
Während dieser emotionalen Reden haben sich einzelne Gäste unterhalten. Das hat mich gestört, und ich habe etwas getan, was ich auf Hochzeiten nur selten tun muss: Ich habe kurz das Mikrofon genommen und die Leute ermahnt. Danach war es still. Der Applaus der übrigen Gäste gab mir recht.
Meine Begründung dafür ist einfach. Emotionale Momente sind das, was zählt. Sie machen diesen Tag zu dem, wofür man ihn feiert. Wenn eine Schwester vor dem ganzen Saal ihr Herz öffnet, dann verdient sie einen Saal, der zuhört. Dafür stehe ich als DJ und Moderator ein, auch wenn ich dafür einmal deutlich werden muss.
Emotionale Momente sind das, was zählt. Sie machen diesen Tag zu dem, wofür man ihn feiert.
Erst Tradition für die Älteren
Musikalisch habe ich den Abend bewusst aufgebaut. Am Anfang lief traditionelle Musik für die älteren und die konservativeren Gäste. Diese Gäste gehören genauso zu diesem Tag wie die junge Generation, und wenn sie sich von der ersten Stunde an ernst genommen fühlen, tragen sie den Abend später mit. Der Hochzeitstanz auf dem Bodennebel, die türkischen Tänze, die kölschen Gäste mittendrin: Alles hatte an diesem Abend seinen Platz und seine Zeit.
Die Afterparty: ab dieser Sekunde sitzt niemand mehr
Irgendwann am Abend beginnt für mich die Afterparty, und ab dieser Sekunde soll kein einziger Gast mehr sitzen. Die Hochzeit wird zur Diskothek, die Musik klingt wie im Club. Das ist meine Philosophie, und ich lebe sie auf jeder Feier. Die Freunde des Brautpaars waren Party-Maschinen, allen voran der Bräutigam selbst mit seiner Runde.
Der Gedanke dahinter ist mir wichtig: Das Brautpaar lädt jeden einzelnen Gast persönlich ein. Also will ich als DJ für Hochzeiten auch jeden einzelnen Gast auf der Tanzfläche haben. Sehr oft gelingt mir genau das, und darauf bin ich stolz. Es ist das schönste Gefühl meines Berufs, wenn ich vom Pult aus in einen Saal schaue, in dem wirklich alle tanzen: beide Familien, Jung und Alt, alle in einem Moment vereint. Bei V. & E. sah die Tanzfläche genau so aus, bis tief in die Nacht.
Der Brautstrauß fliegt
Zu diesem Abend gehörte auch ein Klassiker: das Brautstraußwerfen. Die Braut vorne, ihre Gäste dahinter in Position, und dann flog der Strauß. Solche Momente liebe ich als Moderator, weil sie noch einmal alle zusammenholen und dem Abend ein gemeinsames Bild schenken, an das sich später jeder erinnert.
Das Lavie: zwei Säle, ein Multikulti-Versprechen und eine Linsensuppe
Über die Lavie Eventlocation in Frechen bei Köln möchte ich an dieser Stelle etwas ausführlicher schreiben, denn ich bin dort sehr gerne. Für mich ist das Lavie einer der Marktführer für türkische Hochzeiten in der Region; das ist meine persönliche Einschätzung als DJ, der viele Locations von innen sieht. Und das Haus kann noch mehr: Das Lavie ist für mich eine der wenigen Locations in NRW und in ganz Deutschland, die das Multikulti-Versprechen wirklich einlösen und ihre Facetten jedem Gast anpassen. Es gibt zwei Säle, einen kleineren und einen großen, je nachdem, wie groß eure Hochzeitsgesellschaft ist.
Und dann ist da die Geschichte, die ich jedes Mal erzähle, wenn mich jemand nach dem Lavie fragt. Ich kam an einem Samstag dort an, total übermüdet und hungrig, der Veranstaltungstag davor steckte mir noch in den Knochen. Der Geschäftsführer hat mir das am Gesicht angesehen. Er hat mich erst einmal auf einen Kaffee eingeladen, und eine Minute später meinte er, das Personalessen sei gleich fertig, das Team bekommt vor der Schicht immer ein Essen. Aus der Küche kam eine türkische Linsensuppe. Mein Lieblingsessen. Alle, die mich kennen, wissen das.
Ich saß also an diesem Samstag im Lavie, mit einem Kaffee und einer Linsensuppe, und war mit der Welt versöhnt. Solche Gesten erzählen mir mehr über eine Location als jede Broschüre. Dazu kommt die Arbeitsebene: Ich kenne im Lavie die Abläufe, das Team arbeitet professionell, und diese Kooperation ist mir viel wert. Wenn ich dort ankomme, weiß ich, dass der Abend auf einem stabilen Fundament steht.
Was bleibt
Von dieser Hochzeit bleiben mir vier Bilder. Die zwei Türen im Glaskasten, die sich öffnen, während alle Gäste stehen. Eine Braut mit der Aura einer Königin, die türkische Tänze tanzt, als wäre sie damit aufgewachsen. Eine Schwester, deren Rede der emotionalste Moment des Abends war, und ein Saal, der ihr am Ende still zugehört hat. Und eine Tanzfläche, die aussah wie ein Club, mit den Gästen beider Familien mittendrin.
Eine deutsch-türkische Hochzeit wie diese zeigt, was möglich ist, wenn zwei Familien sich aufeinander freuen und ein Paar seinen Tag mit so viel Liebe plant. Mehr solcher Abende findet ihr in meinen Hochzeitsgeschichten, aus Köln, aus NRW und darüber hinaus.
Gastgeberin dieses Tages war die Lavie Eventlocation in Frechen bei Köln. Fotografiert hat Ruh-u Revan.