Hochzeitsgeschichten · Reportage
Drei Flaggen, eine Tanzfläche: K. & E. und ihre türkisch-kroatische Hochzeit im Luxury Events Taunusstein
Eine kroatische Familie, eine türkische Familie, ein Brautpaar aus Frankfurt – und drei Flaggen über einer Tanzfläche. Wie aus Halay und Kolo eine einzige Kette wurde und warum die Latin-Afterparty in Taunusstein bei Wiesbaden für mich ein Heimspiel war.
Eine kroatische Familie, eine türkische Familie – und mittendrin ein Paar, das in Frankfurt zuhause ist und auf diese dritte Heimat genauso stolz ist wie auf die ersten beiden. Als K. & E. mich für ihre türkisch-kroatische Hochzeit im Luxury Events Taunusstein bei Wiesbaden buchten, war mein Auftrag von Anfang an klar: Hier darf sich niemand ausgeschlossen fühlen – kein Gast und keine Familie.
Es gibt Kulturen, in denen die traditionellen Elemente eher leise mitlaufen. Und es gibt Familien, für die die Tradition das Herz des Festes ist. An diesem Abend trafen zwei von der zweiten Sorte aufeinander – und genau daraus bezog dieser Abend seine Kraft.
Warum an diesem Abend drei Flaggen hingen
Wer schon einmal auf einer Balkan-Hochzeit gefeiert hat, kennt die Regel – und auf kroatischen Hochzeiten gilt sie ganz besonders: Die Flagge gehört in den Saal. Sie ist kein Dekoartikel, sie ist ein Bekenntnis. Nur: Was macht man, wenn an einem Abend zwei stolze Familien feiern? Die erste Entscheidung war deshalb zugleich die wichtigste des Abends. Wir feiern beide Ethnien – also hängen beide Flaggen: die kroatische und die türkische, gleichberechtigt nebeneinander.
Und weil K. & E. beide aus Frankfurt kommen und stolz auf ihre Stadt sind, kam eine dritte dazu: die Flagge der Eintracht. Drei Flaggen, drei Heimaten, eine Tanzfläche – noch bevor der erste Song lief, konnte jeder im Raum das Konzept dieses Abends an der Wand ablesen.
Der Einzug: ab Sekunde eins sind alle gemeint
K. & E. kamen sehr zelebrierend herein – ein Einzug mit Haltung, der den Ton für alles Weitere setzte. In Absprache mit dem Brautpaar hatte ich die Musik dafür bewusst international gewählt: kein Statement für eine Seite, sondern ein Auftakt, bei dem sich vom ersten Takt an niemand fragen musste, ob dieser Abend auch für ihn gedacht ist. Genau darum ging es mir – weder die kroatische Großfamilie noch die türkische, noch die Frankfurter Freunde sollten sich im ersten Teil des Abends ausgeschlossen fühlen.
Ob so ein Abend trägt, entscheidet sich oft schon beim ersten Gruß. Ich bat die Gäste um einen Applaus für das Brautpaar, das gleich hereinkommen würde – der Jubel war bereits laut. Dann bat ich alle aufzustehen und noch lauter zu jubeln und zu klatschen. Spätestens in diesem Moment war sie da: diese Energie zwischen mir und dem Saal, die einen ganzen Abend tragen kann. Ab Sekunde eins hatte ich die Leute im Griff – und sie mich.
„Balkan“ ist keine Playlist
Der erste Teil des Abends gehörte der Tradition: türkisch, kroatisch, Balkan. Als DJ für kroatische und Balkan-Hochzeiten weiß ich, was in diesem Teil auf mich zukommt – und wo die Fallen liegen. Die größte davon: „Balkan“ ist keine Playlist. Jede Region hat ihre eigene Musik, ihre eigenen Codes, ihre Lieder mit eigener Bedeutung – was in einer Region gefeiert wird, kann drei Regionen weiter fehl am Platz sein.
Als türkischer DJ ist die türkische Seite für mich ein Heimspiel. Auf der Balkan-Seite bin ich kein Native und verstehe die Sprachen nicht – gerade deshalb habe ich mir über die Jahre exakt angeeignet, welches Lied wohin gehört und wovon es handelt. Für mich ist das Berufsehre: Wer für eine Familie auflegt, sollte wissen, was er da spielt. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es Lieder, die im gesamten Ex-Jugoslawien funktionieren – „Moje zlato“ etwa wird von Slowenien bis Nordmazedonien geliebt. Solche Brücken muss man kennen. Wie ich grundsätzlich an multikulturelle Hochzeiten herangehe und was auf türkischen Hochzeiten musikalisch zählt, habe ich auf den jeweiligen Seiten aufgeschrieben.
Halay trifft Kolo: aus zwei Familien wird eine Kette
Dann kam der Moderationsmoment, auf den ich bis heute stolz bin. Beide Kulturen haben ihre Kettentänze: die Türken den Halay, die Kroaten den Kolo. Wer beide kennt, weiß aber auch: Der Kolo ist der schwerere von beiden. Die Schritte sind schneller, das Tempo ist unerbittlicher – wer einfach nur mitläuft, hängt nach zwei Takten hinterher.
Kurz bevor wir vom Halay in den Kolo wechselten, habe ich als Moderator meine sprachlichen Möglichkeiten genutzt und die kroatischen Gäste um etwas gebeten: Jeder nimmt einen türkischen Gast an die Hand – und zeigt ihm gemeinsam, wie Kolo geht. Was dann passierte, war für mich der vielleicht schönste Moment des Abends. Aus zwei Familien, die bis dahin nebeneinander gefeiert hatten, wurde eine einzige Kette: kroatische Hände, türkische Hände – und mittendrin ein Brautpaar, das genau das gewollt hatte.
Jeder nimmt einen türkischen Gast an die Hand – und zeigt ihm, wie Kolo geht. Aus zwei Familien wurde eine Kette.
Nach dem Essen öffnet sich der Bogen
Bis zum Essen war der Abend ein konzentrierter Spagat zwischen den Traditionen. Danach habe ich den Bogen Schritt für Schritt geöffnet: weg vom rein Traditionellen, hinein in die Klassiker, die beide Welten kennen. Auf der einen Seite der größte Hit von Severina, der kroatischen Pop-Königin, auf der anderen „Şımarık“ von Tarkan. Bei diesen Liedern fragt niemand mehr, wem der Moment gehört – sie gehören allen. Genau dafür sind sie da: als Brücke zwischen dem ersten und dem letzten Teil des Abends.
Latin zur Afterparty – und ein Stück eigene Geschichte
Im dritten Teil ließen wir die Tradition dann fast ganz hinter uns. K. & E. sind große Freunde von Latin-Musik, und so gehörte die Afterparty Reggaeton, Dancehall und allem, was dazugehört.
Was viele nicht wissen: Diese Musik und ich haben eine gemeinsame Vergangenheit. In den 2010er-Jahren habe ich eigene Reggaeton- und Dancehall-Partys veranstaltet – damals, als diese Sounds in deutschen Clubs noch längst nicht gesetzt waren. Ich durfte meinen Teil dazu beitragen, dass diese Musik hierzulande ihren Platz gefunden hat. Wenn sich ein Brautpaar heute eine Latin-Afterparty wünscht, ist das für mich deshalb kein Pflichtprogramm, sondern ein Heimspiel der anderen Art. Entsprechend gerne habe ich diesen Wunsch erfüllt – und entsprechend sah die Tanzfläche aus.
„Hej Zoro“ mit dem kroatischen Vater: mein Moment dieses Abends
Zum Schluss das, was mir von diesem Abend für immer bleibt. Ich bereite mich auf jede Hochzeit vor – und weil ich unzählige Feiern im Ex-Jugo-Raum begleitet habe, gehört für mich dazu, mir Konzerte anzusehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie diese Musik wirklich gelebt wird. Bei den Konzerten von Halid Bešlić fällt dabei immer dasselbe auf: Das Publikum singt „Hej Zoro“ von der ersten bis zur letzten Zeile mit. Denn genau das ist ein essenzieller Teil des Feierns bei den Yugos – einfach mitsingen, alle, immer.
Und dann kam der Moment, in dem mir dieses Wissen zum schönsten Geschenk wurde. Der kroatische Vater kam zu mir, nahm mich am Arm und zog mich auf die Tanzfläche – und er strahlte. Dass ein DJ eine Hochzeit schmeißen kann, kannte er schlicht nicht; in seiner Welt macht das eine Live-Band. Wir sangen „Hej Zoro“ gemeinsam – und ich behaupte: Ich war textsicher.
Das Witzigste daran: Ein paar Minuten später stand auch der Vater der Braut bei mir. Auch er kannte es aus der türkischen Community nicht, dass ein DJ eine ganze Hochzeit tragen kann – beide Kulturen sind Live-Band-Kulturen, und die anfängliche Skepsis der beiden Väter war durchaus zu spüren. Womit ich sie abgeholt habe? Ich weiß es ehrlich nicht genau – vielleicht war es die ruhige Art, vielleicht die selbstbewusste. Am Ende standen jedenfalls zwei Väter aus zwei Welten neben demselben DJ-Pult und waren glücklich. Die ewige Hochzeitsfrage „DJ oder Band?“ haben diese beiden an einem einzigen Abend für sich beantwortet – ein größeres Kompliment gibt es in meinem Beruf nicht.
Warum diese Geschichte ohne Fotos auskommt
Aus Respekt vor K. & E. veröffentlichen wir von dieser Feier keine Bilder – sie wollten es nicht, und dieser Wunsch gilt ohne Wenn und Aber. Eure Hochzeit gehört euch, nicht dem Internet: Wer mich bucht, entscheidet selbst, was vom eigenen Tag öffentlich wird – von der kompletten Reportage bis zu gar nichts. Wer trotzdem sehen möchte, wie die Location aussieht, wird auf der Website des Luxury Events fündig – dort zeigt das Haus sich selbst.
Das Luxury Events in Taunusstein: eine Empfehlung fürs Rhein-Main-Gebiet
Ein paar Worte zur Location – und die fallen dieses Mal besonders persönlich aus. Das Luxury Events in Taunusstein bei Wiesbaden ist eine Eventlocation, in der ich mich vom ersten Moment an verdammt wohl gefühlt habe. Die Geschäftsführerin ist eine echte Powerfrau – herzlich, professionell, sympathisch –, und genau diese Haltung zieht sich durchs ganze Haus. Wenn die Location so mitzieht, arbeitet es sich als DJ doppelt so leicht. Jederzeit gerne wieder – und danke dafür.
Für Paare aus dem Rhein-Main-Gebiet – Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Umgebung –, die eine Hochzeitshalle mit Stil suchen, ist das Luxury Events einen sehr genauen Blick wert. Und auch wenn ich als Hochzeits-DJ in NRW zuhause bin: Für Feiern als Hochzeits-DJ im Rhein-Main-Gebiet bin ich regelmäßig und gerne unterwegs – diese türkisch-kroatische Hochzeit war der beste Beweis.
Gefeiert wurde im Luxury Events in Taunusstein. Vom Brautpaar ohne veröffentlichte Fotos.