Hochzeitsgeschichten · Reportage
Ein Dreiklang aus Türkisch, Arabisch und Persisch: T. & U. auf Gut Altona in Dötlingen
Eine Familie aus Hatay, eine aus dem Iran, drei Sprachen auf einer Tanzfläche – und ein Abend, an dem am Ende jeder Gast zu jeder Musik tanzte.
Es gibt Hochzeiten, nach denen ich abends ins Auto steige und weiß: Alles, was ich mir für diesen Tag vorgenommen hatte, hat funktioniert. Die Hochzeit von T. & U. auf Gut Altona in Dötlingen war so eine. Schon bei der Anfrage war klar, dass hier drei Welten zusammenkommen: Die eine Familie stammt aus Hatay im Süden der Türkei – einer Region, deren Feierkultur stark arabisch geprägt ist. Die andere kommt aus dem Iran. Für mich als Hochzeits-DJ für multikulturelle Hochzeiten hieß das: ein Dreierspagat zwischen Türkisch, Arabisch und Persisch – musikalisch, sprachlich, emotional.
Der Tag begann mit einem kleinen Schreckmoment: Auf der Fahrt leuchtete plötzlich meine Motorkontrollleuchte auf. Am Ende war es nichts Ernstes – aber es war der einzige Wackler an einem Abend, der sonst von der ersten bis zur letzten Minute genau so lief, wie ich es mir erträumt hatte.
Türkisch, arabisch, persisch: ein Mix, bei dem alle mittanzten
Der traditionelle Teil am Anfang ist bei einer solchen Feier die Königsdisziplin. Ich habe den Einstieg wirklich traditionell gehalten – aber als durchgängigen Mix aus persischen, arabischen und türkischen Beats. Und dieser Mix ging so auf, dass etwas passierte, das ich mir für jede multikulturelle Hochzeit wünsche: Die türkischen Gäste tanzten zu iranischer Musik, die iranischen Gäste zu arabischer, die arabischen Gäste zu türkischer – und irgendwann tanzten einfach alle zusammen zu allem. Genau darum geht es bei einer türkischen oder iranischen Hochzeit: nicht drei Blöcke nacheinander, sondern ein gemeinsamer Abend, auf dem sich keine Kultur hintanstellen muss.
Ein Dreiklang aus Türkisch, Arabisch und Persisch, der bis in die Nacht zusammenfand. Türkische Gäste tanzten zu iranischer Musik, iranische zu arabischer, arabische zu türkischer – und am Ende alle zusammen zu allem.
Als jeder Tisch seine eigene Party feierte
Zum Essen hatten wir sonst einen ganz normalen Plan: Ich sage jeden Tisch einzeln mit einem eigenen Song ans Buffet an. Normalerweise klatschen die Leute kurz und gehen los. Auf dieser Party lief es anders: Jeder Tisch drehte für sich komplett durch, machte kurz seine eigene kleine Party – und ging dann tanzend zum Buffet. Es ist genau diese Stimmung, für die eine gute Moderation und Musik zusammenspielen müssen: Man gibt den Leuten einen kleinen Anlass, und sie machen daraus einen großen Moment.
Eine Braut wie aus Bollywood – und das Lächeln des Bräutigams
Manche Bilder bleiben. Als ich die Braut zum ersten Mal sah, dachte ich sofort: Du siehst aus wie ein Superstar aus einem Bollywood-Film. Ganz ehrlich – sie hat mich an eine junge Kareena Kapoor erinnert. Und wenn mich heute, Monate später, jemand nach dem Bräutigam fragt, ist das Erste, was mir einfällt, sein Lächeln. Der Mann hat den ganzen Tag gestrahlt. Zwei so herzliche Menschen, zwei Familien voller Gastfreundschaft – das trägt einen Abend.
So gut, dass ich in die Küche gegangen bin
Und dann war da noch das Essen. Es hat mir so gut geschmeckt, dass ich nach dem Dinner tatsächlich in die Küche gegangen bin und gefragt habe, wer hier fürs Essen zuständig ist. Der Koch war kurz irritiert – ich glaube, er dachte, ich wollte mich beschweren. Ich wollte mich aber einfach separat bedanken, weil es wirklich wundervoll war. Genauso in Erinnerung geblieben ist die mehrstöckige Torte mit frischen Früchten auf dem silbernen Tablett. Solche Details machen aus einem Fest ein rundes Ganzes.
Die Afterparty: zehn von zehn
Wenn der traditionelle Teil sitzt, darf die Nacht groß werden. Die Afterparty, die ich im Anschluss gespielt habe, war eine glatte Zehn von Zehn. Hier konnte ich zeigen, was neben den Hochzeitsklassikern in mir steckt – ein Set, das sich aufbaut, statt einfach nur zu laufen. Beendet haben wir den Abend, ganz unfeierlich und genau richtig, mit Hot Dogs für alle. Ich bin sehr, sehr glücklich nach Hause gefahren.
Trauung im Gutsgarten und die Location Gut Altona in Dötlingen
Begonnen hat der Tag mit der freien Trauung im Gutsgarten, gehalten von Trauredner Jörg Amrhein aus Bremen. Anschließend wurde im Festsaal gefeiert – rund 200 Gäste. Die Location Gut Altona in Dötlingen, zwischen Oldenburg und Bremen gelegen, fand ich rundum wunderbar: ein Familiengut mit Gutsgarten für die Trauung und einem Festsaal, der einer Feier mit vielen Gästen, Trommeln und langen Tanzketten genau den Platz lässt, den sie braucht. Dass ich als DJ aus Dorsten für diese Hochzeit bis nach Niedersachsen gefahren bin, ist übrigens kein Einzelfall – wo ich überall spiele, zeigt meine Seite zu den Einsatzgebieten.
Location: Gut Altona, Dötlingen. · Fotos & Film: Nostra Foto. · Freie Trauung: Jörg Amrhein. · DJ & Moderation: DJ SAM.