Hochzeitsgeschichten · Reportage
Wie ein Superstar: A. & E. feiern ihre deutsch-türkische Hochzeit in der Sickingmühle in Marl
Eine deutsch-türkische Hochzeit in der Sickingmühle in Marl – mit dem Standesamt direkt vor Ort, einem Bräutigam, der zu Bad Bunny einläuft wie ein Superstar, einer Braut, die mit ihrem Vater im Oldtimer vorfährt, richtig gutem Essen, einem Dresscode ganz in Schwarz und einem Feuerwerk, das den heißen Sommertag krönt.
Marl ist die Stadt, in der ich geboren wurde. Wenn ich dort auflege, ist das für mich kein Auftrag wie jeder andere – es ist ein Heimspiel. Und dieses Heimspiel fand in der Sickingmühle statt: A. & E. feierten dort ihre deutsch-türkische Hochzeit, mit standesamtlicher Trauung direkt vor Ort, fünfzig Gästen am Nachmittag und hundertzwanzig am Abend. Ich war als Hochzeits-DJ in Marl mit Musik und Moderation im Einsatz – in meiner Geburtsstadt.
Manche Hochzeiten haben einen Moment, der alles über den Tag verrät. Bei A. & E. kam dieser Moment früher als sonst: schon beim Einzug zur Trauung. Aber der Reihe nach.
Standesamt direkt vor Ort: heiraten, wo gefeiert wird
A. & E. hatten sich für einen Ablauf entschieden, den ich Paaren immer wieder ans Herz lege, wenn die Möglichkeit besteht: Die standesamtliche Trauung fand direkt in der Location statt. Kein Umzug quer durch die Stadt, kein Kolonnenfahren, kein Zeitdruck zwischen zwei Orten. Die Gäste kommen an, die Zeremonie beginnt, und dieselben Stühle, auf denen eben noch geweint wurde, stehen eine Stunde später am Rand einer Feier.
Das Besondere daran: Es war keine freie Trauung, sondern eine echte standesamtliche – die Stadt Marl schickt für Trauungen in der Sickingmühle einen Standesbeamten direkt in die Location. Für Paare heißt das: rechtsgültig heiraten, ohne den Amtsflur, und direkt am Ort der Feier.
Zur Trauung waren rund fünfzig Gäste geladen – der engste Kreis. Diese kleinere Runde gibt so einer Zeremonie eine Intimität, die in einem vollen Saal schwer zu erreichen ist. Man hört jedes Wort, jedes Lachen, jedes Schniefen. Ich habe die Trauung musikalisch begleitet, und in so einem Rahmen gilt: die richtigen Töne zur richtigen Sekunde – und sonst nichts.
Der Einzug: ein Bräutigam wie ein Superstar
Und dann kam er. Die meisten Bräutigame betreten ihre Trauung eher zurückhaltend – ein bisschen nervös, ein bisschen steif, den Blick auf den Boden. Nicht E. Er hatte sich für seinen Einzug einen Song von Bad Bunny gewünscht. Als der Beat einsetzte und er durch die Reihen ging, war das kein Gang zum Traualtar – das war ein Auftritt. Wie ein Superstar, der die Bühne betritt. Die Gäste haben gejubelt, gelacht, geklatscht – und die Nervosität, die sonst über so einem Moment liegt, war in Sekunden aus dem Raum.
Genau dafür liebe ich meinen Beruf: wenn ein Paar den Mut hat, seinen Tag so zu gestalten, wie es wirklich ist – und nicht so, wie man es angeblich machen muss. Ein Bad-Bunny-Einzug zur standesamtlichen Trauung ist nicht klassisch. Aber er war ehrlich. Und der Saal hat es gefeiert.
Das war kein Gang zum Traualtar – das war ein Auftritt. Und der Saal hat es gefeiert.
Ein Oldtimer für die Braut
Während E. den Saal zum Beben brachte, setzte A. auf das genaue Gegenteil – und genau deshalb hat es so gut funktioniert. Sie fuhr mit ihrem Vater in einem Oldtimer vor. Dieses Bild: der Wagen, der langsam vorfährt, der Vater, der seiner Tochter die Tür öffnet, die Braut, die aussteigt – das ist Klassik. Zeitlos. Während der Bräutigam den modernen Ton setzte, brachte sie die Eleganz mit.
Für A. & E. bedeutete eine moderne Hochzeit nicht, Tradition zu streichen: Beides bekam seinen Platz – nicht als Gegensatz, sondern weil genau diese Mischung zu den beiden passte.
Ein Paar mit Blick für Ästhetik: alle Männer in Schwarz
A. & E. sind ein Paar, das sehr viel Wert auf Ästhetik legt – und das hat man diesem Tag in jedem Detail angesehen. Am deutlichsten beim Dresscode: Alle Männer waren in Schwarz gekleidet. Wenn ein ganzer Saal diesem Code folgt, entsteht ein Bild, das fast wie inszeniert wirkt – elegant, ruhig, wie aus einem Guss. Die Feier spiegelte genau diesen Anspruch wider: kein Zufall, keine Beliebigkeit, sondern ein durchdachtes Gesamtbild vom Einzug bis zum letzten Song.
Für mich als DJ ist so ein Anspruch ein Geschenk. Ein Paar, das sein Fest so ernst nimmt, nimmt auch die Musik ernst – und gibt mir den Rahmen, den Abend genauso präzise zu gestalten wie seine Optik.
Von fünfzig auf hundertzwanzig: der Abend füllt sich
Nach der Trauung veränderte sich die Feier Schritt für Schritt. Zu den fünfzig Gästen der Zeremonie kamen im Laufe des Nachmittags und Abends die übrigen dazu, bis am Ende rund hundertzwanzig Menschen in der Sickingmühle feierten. Dieser Aufbau ist für mich als DJ und Moderator eine schöne Aufgabe: Die Stimmung darf nicht einfach nur lauter werden, sie muss wachsen. Jeder Gast, der neu dazukommt, soll das Gefühl haben, mitten in eine Feier zu kommen – nicht zu spät und nicht zu früh.
Als Hochzeits-DJ mit Moderation habe ich die entscheidenden Ansagen auf Deutsch gehalten und dort auf Türkisch ergänzt, wo es für die Familien sinnvoll war. So blieb der Ablauf für beide Seiten verständlich, ohne jede Ansage vollständig zu wiederholen – und niemand war nur Gast auf der Feier der anderen. Wie ich das grundsätzlich angehe, beschreibe ich auf meiner Seite über türkische Hochzeiten.
Essen, über das noch beim Dessert geredet wurde
Ein Punkt, über den an diesem Abend auffallend viele Gäste gesprochen haben: das Essen. Ich sitze als DJ selten lange am Tisch, aber ich bekomme sehr genau mit, wie die Stimmung im Saal während des Essens ist – und sie war hervorragend. Ein gutes Essen ist auf einer Hochzeit mehr als Verpflegung: Es ist die Phase, in der die Familien ins Gespräch kommen, in der sich Tische mischen und in der die Energie für die Tanzfläche aufgebaut wird. Genau so war es hier.
Zwei Kulturen, eine Tanzfläche
Nach dem Essen begann meine Lieblingsdisziplin. Eine deutsch-türkische Hochzeit bringt zwei Musikwelten mit, und meine Aufgabe ist es, sie nicht abwechselnd abzuspielen, sondern zu verbinden. Also: kein starrer Block hier, kein starrer Block da – sondern Übergänge. Vom Halay, der die Generationen in eine Kette holt, hinüber zu den Charts, von treibender Oyun Havası zu den Songs, bei denen die deutschen Freunde die Arme hochreißen. Wenn es gut läuft, merken die Gäste die Übergänge gar nicht – sie merken nur, dass sie seit einer Stunde nicht mehr sitzen.
Bei A. & E. lief es gut. Beide Familien, Jung und Alt, auf derselben Fläche – das ist der Anspruch, mit dem ich jede multikulturelle Hochzeit angehe, und an diesem Abend in Marl ist er aufgegangen.
Das Feuerwerk: ein Himmel über Marl
Und dann kam der Moment, auf den der Abend zugelaufen war. Als es dunkel genug war, versammelten sich alle Gäste draußen, und über der Sickingmühle stieg ein Feuerwerk in den Himmel. Es gibt Bühnenmomente, die ich als DJ baue – und es gibt Momente, in denen ich einfach die richtige Musik im Rücken halte und den Rest dem Himmel überlasse. Das hier war so einer. Hundertzwanzig Gesichter nach oben gerichtet, das Brautpaar mittendrin, und für ein paar Minuten war es völlig egal, wer aus welcher Familie kommt und welche Sprache spricht.
Danach ging es zurück auf die Tanzfläche – mit genau dem Schub, den so ein Moment einem Abend gibt.
Warum es von diesem Abend keine Fotos gibt
A. & E. haben sich gewünscht, dass von ihrer Feier keine Bilder veröffentlicht werden – und diesen Wunsch respektiere ich ohne Wenn und Aber. Eure Hochzeit gehört euch, nicht dem Internet. Wer mich bucht, entscheidet selbst, was von seinem Tag öffentlich wird – von der kompletten Reportage bis zu gar nichts. Diese Geschichte erscheint hier mit dem Einverständnis des Paares, in Worten statt in Bildern.
Die Sickingmühle: neue Location, Technik auf Top-Niveau – und eine Klimaanlage
Ein paar Worte zur Location, denn die hat sich diesen Abschnitt verdient. Die Sickingmühle Events in Marl ist eine neue Location – und das merkt man im besten Sinne: Alles ist technisch auf dem neuesten Stand. Für mich als DJ macht das die Arbeit spürbar angenehmer. Wenn die Technik-Basis einer Location stimmt, kann ich mich zu hundert Prozent auf das konzentrieren, wofür ich da bin: Musik, Moderation, den Raum lesen.
Und dann war da noch ein Detail, das an diesem Tag Gold wert war: die Klimaanlage. Die Hochzeit von A. & E. fiel auf einen sehr heißen Tag – draußen flimmerte die Luft. Drinnen? Angenehm kühl, vom Standesamt bis zur vollen Tanzfläche. Wer schon einmal im Hochsommer auf einer Hochzeit ohne Klimaanlage gefeiert hat, weiß, was für ein Unterschied das ist: Die Gäste bleiben länger auf der Fläche, die Stimmung kippt nicht in die Erschöpfung, und das Brautpaar übersteht seinen großen Tag, ohne zu schmelzen. Dazu die Möglichkeit, standesamtlich direkt im Haus zu heiraten – für Paare aus Marl und Umgebung ist diese Location eine echte Entdeckung.
Marl: ein Heimspiel
Zum Schluss noch ein persönliches Wort zu diesem Ort. Ich bin in Marl geboren, in Dorsten zuhause – die Sickingmühle liegt für mich quasi vor der Haustür. Wenn ihr in Marl, im Kreis Recklinghausen oder im nördlichen Ruhrgebiet feiert, kenne ich nicht nur den Weg: Ich kenne die Menschen, die Feierkultur und die Abende hier. Was ich als Hochzeits-DJ in Marl für eure Feier tun kann, lest ihr auf der eigenen Seite dazu.
Von dieser Hochzeit bleiben mir drei Bilder im Kopf, ganz ohne Fotos: ein Bräutigam, der zu Bad Bunny einläuft wie ein Superstar. Ein Vater, der seiner Tochter die Tür eines Oldtimers öffnet. Und ein Feuerwerk über meiner Geburtsstadt, unter dem hundertzwanzig Menschen für einen Moment eine einzige Familie waren.
Gefeiert und standesamtlich getraut wurde in der Sickingmühle Events in Marl. Auf Wunsch des Brautpaares ohne veröffentlichte Fotos.