Hochzeitsgeschichten · Reportage
Hochzeit im ZIB Nikolai: Die Gemeinde war ruhig. Dann kamen Y. & C.
Eine türkisch-kurdisch-österreichische Hochzeit in der Südsteiermark – mit rund 100 Gästen, außergewöhnlicher Energie und einem Brautpaar, das für einen Moment selbst den Sound bestimmte.
St. Nikolai ob Draßling begrüßte mich mit einer Ruhe, die fast zu vollkommen wirkte. Ich war mit dem Auto nach Österreich gefahren und vor mir lag die weite, grüne Landschaft der Südsteiermark. Oben am ZIB Nikolai angekommen, öffnete sich das Panorama. Die Gemeinde wirkte still und beschaulich.
Das blieb sie nicht lange.
Y. & C. feierten hier im Juni 2025 mit rund 100 Gästen eine türkisch-kurdisch-österreichische Hochzeit. Drei kulturelle Einflüsse, viele musikalische Erinnerungen und eine Gesellschaft, die vom ersten Moment an nicht den Eindruck machte, als müsse sie sich erst finden. Diese Menschen waren längst miteinander verbunden.
Ein weiter Blick, bevor der Abend Fahrt aufnahm
Das ZIB Nikolai trägt seinen Namen nicht zufällig: ZIB steht für „Zentrum im Berg“. Das moderne Veranstaltungszentrum liegt erhöht in St. Nikolai ob Draßling. Seine großen Fensterfronten öffnen den Blick weit über die Südsteiermark. Bei klarer Sicht reicht das Panorama laut Gemeinde sogar bis nach Slowenien und Kärnten.
Diese Aussicht war keine bloße Kulisse. Sie gab dem Beginn des Tages eine besondere Ruhe, bevor sich drinnen die Energie vollständig veränderte.
Das ZIB ist außerdem als Veranstaltungslocation mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Nachhaltigkeit und ein bewusster Umgang mit Ressourcen gehören damit nachweislich zum Konzept des Hauses.
Drei kulturelle Wurzeln – aber nur eine Hochzeitsgesellschaft
Y. sah wunderschön aus. Noch stärker als ihr Kleid blieb mir jedoch ihre Präsenz in Erinnerung: Sie war nicht nur der Mittelpunkt des Raumes, sondern sichtbar mitten in ihrer eigenen Gesellschaft.
Neben ihr stand ein Bräutigam, der diese Freude ebenso offen ausstrahlte. Gemeinsam wirkten die beiden nicht wie Menschen, die einen perfekten Abend inszenieren wollten. Sie wirkten wie Menschen, die ihren Abend wirklich erlebten.
Türkische, kurdische und österreichische Einflüsse trafen aufeinander, ohne dass daraus drei voneinander getrennte Feiern entstanden. Die Musik wechselte, die Energie blieb. Genau so sollte eine multikulturelle Hochzeit funktionieren: Die Unterschiede bleiben hörbar, ohne die Gesellschaft aufzuteilen.
Was vor der Hochzeit noch Sorgen bereitete
So selbstverständlich diese Verbindung am Abend wirkte, war sie im Vorfeld keineswegs. Auf beiden Seiten bestanden zunächst Sorgen: unterschiedliche Erwartungen, verschiedene Kulturen und viele Wünsche.
In der Planung ging es deshalb nicht bloß um einzelne Lieder und Musikwünsche. Entscheidend war, beiden Seiten Sicherheit zu geben und einen musikalischen Weg zu entwickeln, auf dem sich niemand wie ein Gast bei der Feier der jeweils anderen Familie fühlen würde.
Dass Y. später in ihrer Bewertung schrieb, es sei „für wirklich alle perfekt“ gewesen, ist für mich deshalb einer der wichtigsten Sätze über diese Hochzeit. Er beschreibt nicht nur eine volle Tanzfläche. Er beschreibt, dass aus den anfänglichen Sorgen Vertrauen geworden war.
Sportlich war an diesem Abend keine Metapher
Der Bräutigam und mehrere Gäste waren professionelle Fußballspieler. Das war auf der Tanzfläche nicht zu übersehen. Kondition, Körpergefühl und spontane Bewegungen gehörten an diesem Abend ganz selbstverständlich dazu. Manche Gäste behandelten die Tanzfläche zeitweise wie ihr persönliches Spielfeld.
Der eindeutigste Beweis kam, als ein Gast mitten beim Tanzen einen Salto machte. Kein angekündigter Showpunkt und keine vorbereitete Choreografie – einfach ein spontaner Moment, der innerhalb einer Sekunde den gesamten Raum elektrisierte.
Manche Höhepunkte lassen sich nicht planen. Sie entstehen, wenn eine Gesellschaft sich frei genug fühlt, einfach zu tun, was gerade in ihr steckt.
Als Y. & C. selbst den Sound bestimmten
Irgendwann im Laufe des Abends holte ich Y. & C. zu mir ans DJ-Pult.
Für einen kurzen Moment sollten sie nicht nur davor feiern, sondern den Abend von dort aus mitbestimmen. Ihre Lieblingssongs bekamen die Energie eines kleinen Festivals – und das Brautpaar stand genau dort, wo diese Energie ihren Ausgang nahm.
Das war keine aufgesetzte Show. Es war eine spontane Übergabe: ihre Musik, ihre Freunde, ihre Feier. Das DJ-Pult wurde in diesem Augenblick nicht zur Grenze zwischen Dienstleister und Gästen, sondern zum Mittelpunkt einer gemeinsamen Erinnerung.
Rund 100 Gäste – und keine Statisten
Was diese Hochzeit wirklich besonders machte, war nicht der Salto. Es war auch nicht das Panorama und nicht die Tatsache, dass mehrere professionelle Fußballer auf der Tanzfläche standen. Entscheidend war, wie diese rund 100 Menschen miteinander umgingen.
Von den Trauzeugen bis zu den weiteren Freunden war eine außergewöhnliche Nähe zu spüren. Sie feierten nicht nur auf derselben Hochzeit. Sie freuten sich ehrlich über das Glück von Y. & C. – vom Beginn bis zum Ende.
Eine lange Gästeliste sagt wenig darüber aus, welche Beziehungen zwei Menschen im Leben aufgebaut haben. Eine Tanzfläche, auf der Freunde stundenlang mittragen, auffangen und mitfiebern, sagt sehr viel.
Bei Y. & C. konnte man sehen: Dieses Brautpaar hatte im Leben etwas Wertvolles richtig gemacht. Es hatte Menschen an seiner Seite, die nicht nur erschienen waren, sondern wirklich da waren.
Originale Google-Bewertung von Y.
★★★★★
„Wir hatten eine multikulturelle Hochzeit, bei der anfangs auf beiden Seiten Sorgen bestanden – unterschiedliche Erwartungen, verschiedene Kulturen, viele Wünsche. Doch dieser DJ hat all das mit so viel Feingefühl, Professionalität und Herz gemeistert, dass es für wirklich alle perfekt war.
Er war nicht nur ein DJ, sondern ein echter Partner in der Planung. Er hat uns bei so vielem geholfen, mitgedacht, unterstützt und uns mit seiner Erfahrung Sicherheit gegeben. Die Stimmung war von Anfang bis Ende einfach unglaublich – genau die richtige Musik zur richtigen Zeit, für jeden Gast etwas dabei.
Dank ihm war es die schönste Hochzeit, die wir uns je hätten vorstellen können. Wir sind ihm unendlich dankbar und würden ihn jederzeit wieder buchen.“
Als DJ im ZIB Nikolai – meine Erfahrung mit der Location
Das ZIB Nikolai lebt von einem starken Kontrast: Draußen öffnet sich die ruhige Landschaft, drinnen kann der Abend sehr schnell eine völlig andere Intensität entwickeln.
Die großen Fensterfronten und die Panoramaecke geben den Gästen die Möglichkeit, zwischendurch Luft zu holen und den Blick über die Südsteiermark schweifen zu lassen.
Für mich als DJ für multikulturelle Hochzeiten war gerade dieser Wechsel reizvoll. Der Tag begann mit Weite und Ruhe. Später war der Saal voller Bewegung, Musik und Menschen, die nicht mehr darüber nachdachten, welcher kulturelle Einfluss gerade zu hören war. Aus drei Wurzeln war ein gemeinsamer Sound entstanden. Und es war zugleich ein Einsatz als Destination Wedding DJ: Eine Hochzeit im Ausland bereite ich genauso persönlich vor wie eine Feier vor der Haustür – nur der Blick aus dem Fenster ist ein anderer.
Was von der Südsteiermark bleibt
Wenn ich an diese Hochzeit zurückdenke, sehe ich zuerst die Panoramaecke. Dann Y. als wunderschöne Braut, C. und seine sportlichen Freunde, den Salto auf der Tanzfläche und diesen kurzen Festivalmoment am DJ-Pult.
Vor allem sehe ich jedoch eine Gesellschaft, die dem Brautpaar nicht bloß zusah, sondern sein Glück vollständig mittrug. Genau das kann kein Ablaufplan herstellen und keine Dekoration ersetzen.
St. Nikolai mag nach dieser Nacht wieder ruhig geworden sein. Für einen Abend war es das ganz sicher nicht.
Gastgeber dieses Tages war das ZIB Nikolai in St. Nikolai ob Draßling.